Chronik der Pfarrei
Diese Chronik wurde zum Besuch von Bischof Dr. Karl Lehmann
am 4. Oktober 1987 zusammengestellt.
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1927Am 16. Oktober 1927 war es soweit: Einweihung der katholischen Kirche in Walldorf durch den Mainzer Bischof Ludwig Maria Hugo auf den Titel Christkönig. Mit 90 Sitzplätzen war sie für die Gemeinde groß genug. Am 14.06.1931 starb der Erbauer der Kirche, Pfarrer Gröber. Sein Nachfolger, Pfarrer Burkard, leitete bis 1936 die Geschicke der Gemeinde Walldorf ebenfalls von Groß-Gerau aus. Küsterin und «Mädchen für alles» war 35 Jahre lang Frau Amalie Speckhardt, die von 1936 bis 1970 unermüdlich für die Kirche tätig war. Das Ehepaar Amalie und Wilhelm Speckhardt war das erste Brautpaar, das in der neuen Kirche 1927 getraut wurde. |
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19361936 übernahm Pfarrer Gerhards das Amt des Seelsorgers in Groß-Gerau und damit auch in Walldorf. Er feierte hier sonntags und donnerstags die hl. Messe und erteilte Religionsunterricht in der Kirche. Bis zum Jahr 1939 war die Zahl der Katholiken in Walldorf auf 469 angewachsen bei 4453 Einwohnern; damit stieg der Anteil der Katholiken von 5,8 % im Jahre 1925 auf 10,5 % im Jahre 1939. Zur Entlastung von Pfarrer Gerhards wurde ab 1.10.1939 der Leiter des Exerzitienhauses in Braunshardt bei Darmstadt, Rektor Richard Fahney, beauftragt, den Sonntagsgottesdienst in Walldorf zu halten. Regelmäßig kam er mit dem Fahrrad nach Walldorf. Nach seiner dreiwöchigen Inhaftierung durch die Gestapo in Darmstadt und nachfolgendem Haus- und später auch Ortsverbot für Braunshardt verlegte er ab 15.10.1941 seinen Wohnsitz in das Caritashaus in Mainz. Sieger und Besiegte beten1945Auch von dort fuhr Rektor Fahney an jedem Wochenende mit dem Fahrrad nach Walldorf, übernachtete hier und radelte nach dem Sonntagsgottesdienst wieder nach Mainz zurück. So ging es bis zum Kriegsende in Walldorf am 25. März 1945. Noch am letzten Kriegstag (Palmsonntag) wurde die Südfassade der Kirche durch eine amerikanische Granate beschädigt. Das Osterfest in diesem Jahr konnte dennoch in der Kirche gefeiert werden. Ein amerikanischer Militärgeistlicher zelebrierte den Festgottesdienst, in dem die Walldorfer Katholiken und viele US-Soldaten, Sieger und Besiegte, gemeinsam den Ostersieg Christi feierten. Eine Gemeinde wird lebendig1945Nach dem Krieg stieg die Zahl der Katholiken durch die Evakuierten, besonders aber durch die Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten, stark an. Aus diesem Grund wurde Walldorf Lokalkaplanei und später Pfarrkuratie. Erster selbständiger Seelsorger wurde Kaplan Benedikt Rodach, der im April 1945 aus dem KZ Dachau entlassen worden war, am 1.11.1945 trat er seine Stelle in Walldorf an und wohnte im Haus Am Wasserturm 2. Pfarrer Rodach fand ein reiches Betätigungsfeld vor. Die Feier der Osternacht mit Erstkommunion löste in Walldorf eine vorher nie gekannte Begeisterung und Glaubensfreude aus. Besonders die Jugendarbeit blühte auf und führte in Selbsthilfe 1950 zum Bau eines Jugendheims hinter der Kirche. Vorher diente die leerstehende Kegelbahn der Gaststätte «Zur Sonne» in der Langstraße als Pfarrheim, wo die ersten Religionsstunden und Gruppenstunden gehalten wurden. Viele Aufgaben im Büro und in der Seelsorge übernahm Martha Schreiber, die seit 1.10.1946 als Seelsorgshelferin (später Gemeindereferentin) und von 1977 bis 1980 als Katechetin in Walldorf tätig war. Theaterspiele, besonders an Weihnachten (im evangelischen Kindergarten), Tanzabende und Tombolas, ein kleiner Kirchenchor, die Pfarrbücherei und viele andere Aktivitäten führten und hielten die junge Pfarrgemeinde zusammen. Dreißig Jahre lang gehörte Zeppelinheim als Filiale der Gemeinde Walldorf an. Pfarrer Rodach und Fräulein Schreiber hielten dort regelmäßig Religionsunterricht, und Pfarrer Schmitz fuhr Sonntag für Sonntag zur Meßfeier nach Zeppelinheim - bis zum Januar 1977, als Zeppelinheim nach Neu-Isenburg kam. Da auch in Mörfelden die Zahl der Gemeindemitglieder wuchs - 1946 waren es 957 Katholiken gegenüber 267 im Jahr 1939 - , hielt Pfarrer Rodach ab Christi Himmelfahrt 1946 jeden Sonntag einen Gottesdienst im Saal des evangelischen Gemeindehauses, den die Mörfelder evangelische Gemeinde dankenswerterweise zur Verfügung stellte. Schon ab 1947 bemühte sich Pfarrer Rodach, leider vergeblich, bei der Gemeindeverwaltung in Mörfelden um die Bereitstellung eines Grundstücks für den Bau einer katholischen Kirche. Erst seinem Nachfolger, Pfarrer Wilhelm Kraus, gelang es über den Umweg von sieben Schenkungsverträgen, an ein Grundstück für den Kirchenbau heranzukommen. Am 30.04.1953 verließ Benedikt Rodach Walldorf, um die Pfarrei Nieder-Mörlen zu übernehmen. 1953Ab 1.05.1953 war Wilhelm Kraus Pfarrer in Walldorf mit dem Auftrag, in Mörfelden eine katholische Kirche zu bauen. Er übernahm am 26.11.1954 die Pfarrei St. Marien Mörfelden als erster Pfarrer mit etwa 1800 Seelen, zwei Tage später, am 28.11.1954 (1. Advent) wurde die Kirche durch den Mainzer Bischof Albert Stohr konsekriert. Pfarrer Anton Schmitz in Walldorf1954In Walldorf übernahm am 26.11.1954 Pfarrer Anton Schmitz die Pfarrei mit etwa 2500 Gläubigen und betreute sie bis zu seinem Tod - fast 25 Jahre lang. Frl. Maria Reucher führte ihm den Haushalt, zuerst Am Wasserturm 2, dann in der Gartenstraße 37; von 1.11.1970 bis 15.06.1996 war sie dann als Küsterin in der Christkönigs-Kirche tätig. Das Hauptanliegen von Pfarrer Schmitz war von Anfang an die Erweiterung der Kirche. Dafür wurde schon unter Pfarrer Rodach und Pfarrer Kraus gesammelt, und unter Pfarrer Schmitz kam es zur Gründung des Kirchenbauvereins; federführend waren Karl Heinemann, Johann Kohm und Richard Stahl. Bei den Planungs- und Vorbereitungsarbeiten stellte sich heraus, daß die Bausubstanz der Kirche ungeeignet war für eine Erweiterung. Deshalb kam nur ein Neubau in Frage, den Architekt Josef Leibl aus Darmstadt plante und durchführte. 1960Am 23.09.1960 begann der Abbruch der 1927 erbauten Kirche, und am 18.12.1960 (4. Advent) legte Dekan Freund (Astheim) den Grundstein für die neue Kirche. Während der Bauzeit durfte die Pfarrgemeinde ihre Sonntagsgottesdienste im evangelischen Gemeindezentrum in der Waldstraße/Ecke Flughafenstraße feiern, während die Werktagsgottesdienste, Taufen und Trauungen im Jugendheim stattfanden. Neue Kirche für größere Gemeinde1961Bedingt durch den plötzlichen Tod des Bischofs Albert Stohr konnte die Konsekration der Kirche nicht zum geplanten Termin am 14.10.1961 erfolgen. Die erste heilige Messe in der neuen Kirche feierte Weihbischof Josef Maria Reuß am 11.11.1961 bei der Firmung von 127 Kindern. Domkapitular Fink benedizierte die Kirche am 11.04.1962. Weihbischof Josef Maria Reuß konsekrierte sie dann am 16.02.1964. Die Baukosten für Kirche und Pfarrhaus betrugen rund 500 000,- DM. Die im Jahr 1963 von Wilhelm Müller, München, geschnitzte und zweifach versilberte Marienstatue auf dem Seitenaltar ist die Stiftung einer ortsansässigen Familie; die ebenfalls in der Kirche aufgestellte Pieta, ein Schnitzwerk aus der Zeit des Rokoko um 1780, wurde der Gemeinde kurz nach dem 2. Weltkrieg geschenkt. Die Errichtung und Weihe der 14 Kreuzwegstationen erfolgte am 22.03.1964. Im Juni 1964 bekam die Firma Pons, Walldorf, den Auftrag, Bänke, Sakristeischränke und Beichtstühle zu fertigen und einzubauen. Vier neue Bronzeglocken wurden in der Glockengießerei Schilling, Heidelberg, gegossen und am 9.02.1969 von Generalvikar Ludwig Haenlein in der Kirche geweiht. Die Glocken haben folgende Namen und Inschriften:
Die Firma Walcker, Ludwigsburg, baute im Frühjahr 1972 die elf Register umfassende Pfeifenorgel. Anfang der 60er Jahre zogen viele Ausländer nach Walldorf, besonders Spanier und Italiener. Eigene Seelsorger aus ihren Heimatländern feierten für die spanischen Katholiken alle zwei Wochen und für die italienischen alle vier Wochen die heilige Messe in ihrer Muttersprache - ein Brauch, der sich bei den Spaniern noch bis auf den heutigen Tag gehalten hat. Wichtige Ereignisse in der Zeit von Pfarrer Anton Schmitz waren die Primiz von Paul Holler am 6.03.1955, die Wiederbegründung des Kirchenchores unter der Leitung von Felix Jung (1. Probe am 14.01.1964) und die Feier des Silbernen Priesterjubiläums am 30.10.1963. Im Jahre 1968 wurde eine Mädchen-Schola zusammengestellt und von Marion Nardelli geleitet, vorwiegend zur Gestaltung von Kindergottesdiensten; die Gruppe Glaeser begleitete seit 1973 mit ihren Instrumenten moderne Lieder im Gottesdienst. Laien werden stärker einbezogenWie im ganzen Bistum Mainz gibt es auch in Walldorf seit 1968 einen Pfarrgemeinderat, dessen Vorsitz in erster Zeit öfter wechselte und dessen Debatten oft sehr heftige Formen annahmen. In den Sonntagsgottesdiensten wirken seit 1968 Kommunionhelfer und Lektoren mit, und seit 1973 gibt es in unserer Gemeinde auch Mädchen als Meßdiener. Durch die Initiative von Ursula Brehl wurden im April 1973 die Spielgruppe für Kinder ab drei Jahren und im Januar 1977 zusammen mit katholischen und evangelischen Frauen die Nachbarschaftshilfe gegründet. Der im November 1973 zum Diakon geweihte Hermann Heinisch aus Mörfelden entlastete Pfarrer Schmitz, indem er für drei Jahre die Büro- und Seelsorgearbeit in Zeppelinheim übernahm; er erteilte Religionsunterricht, hielt Bürostunden und Taufen, Trauungen und Beerdigungen in der Filialgemeinde. Zur weiteren Unterstützung von Pfarrer Schmitz wurde der Gemeinde besonders für den Religionsunterricht, die Erwachsenen- und Jugendarbeit ein Pastoralreferent zugeteilt. Dies war ab 1.09.1977 Erich Müller, dann ab 16.08.1979 Alfred Schüler. Nach dessen Tod im August 1989 übernahm zunächst Thomas Braun diese Aufgabe. Neue Pfarrer kommenIm Alter von 65 Jahren verstarb Pfarrer Anton Schmitz am 4.02.1978 und wurde in seiner Heimatstadt Düsseldorf unter großer Anteilnahme der Pfarrei beigesetzt. 1978Als Nachfolger kam am 16.03.1978 Pfarrer Karl Ballweg in die Gemeinde Walldorf. Nach der Pensionierung von Pfarrer Wilhelm Kraus (1.09.1978) betreute er auch die Pfarrei Mörfelden. Er ließ das Pfarrhaus in Walldorf umbauen. Büro- und Wohnbereich wurden getrennte, und für den Pastoralreferenten wurde ein Büroraum eingerichtet. Für Frau Schreiber kam am 16.08.1978 Frau Margret Lambert als Gemeindereferentin nach Walldorf und Mörfelden. Sie arbeitete hier fünf Jahre lang, davon zwei Jahre halbtags. 1980Wegen der Krankheit von Pfarrer Ballweg war vom 23.06. bis 30.11.1980 Jan Mäurer Pfarrverwalter in Walldorf und Mörfelden. Mit Wirkung von 1.12.1980 wird Karl Ballweg zum Pfarrer von Mainz Laubenheim und Dieter Wessel zum Pfarrer von Walldorf und ständigen Pfarrverwalter von Mörfelden ernannt. Als Katechetin ist seit 1.08.1981 Frau Brigitte Worzischek in den beiden Gemeinden Mörfelden und Walldorf tätig. Pfarrsekretärin war vom 1.04.1981 bis 30.09.2001 Frau Barbara Dorndorf. Die Jugendgruppen der Gemeinde schlossen sich 1981 der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) an. 1981 erfolgte eine notwendig gewordene Innen- und Außenrenovierung der Kirche mit Neugestaltung des Altarraums. Das Gemälde an der Altarrückwand zum Thema Christkönig wurde geschaffen von dem Mainzer Maler Alois Plum. 1982 mußte der Kirchturm saniert werden. Am 30.04.1982 kaufte die Katholische Kirche Walldorf mit
Genehmigung und Unterstützung der Diözese Mainz das
unmittelbar an das Kirchengelände angrenzende Grundstück
Waldenserstraße 3, um hier später ein Gemeindezentrum
errichten zu können. Zu diesem Zweck gab es seit Dezember 1982
einen «Bauverein Pfarrzentrum Christkönig»,
der im Jahre 1987 75 Mitglieder umfaßte und
Geld für ein neues Gemeindezentrum ansparte. Die Zahl der Katholiken in Walldorf betrug Ende 1986 4314, das waren etwa 29% der Einwohner. Wie die Geschichte der noch jungen katholischen Gemeinde Walldorf zeigt, haben sich in Vergangenheit und Gegenwart viele Christen bemüht, ihren Glauben zu leben, Zeugnis zu geben und auch Opfer zu bringen. Zwei Kirchen wurden gebaut, 1927 und 1961, und mit Leben erfüllt. Schäden an den Betonteilen des Turmes machten 2002 wiederum eine Turmsanierung erforderlich, bei welcher auch die Dacheindeckung erneuert wurde. Nach 20 Jahren hatte aber auch die Kirche wieder eine Überholung nötig. Daraus wurde ein Umbau:
Der Umbau begann am 16. November 2002 mit dem Ausräumen der
Kirchenbänke. Am 22. November 2003 weihte dann unser Bischof Karl Kardinal Lehmann die erneuerte Kirche. Chronik der Walldorfer Pfarrer
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Lebensdaten der Pfarrer der kath. Kirchengemeinde
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| Name des Pfarrers: | Geb.-Datum: | Geb.-Ort: |
Sterbetag: |
Sterbeort: | Begräbnisort: | Amtszeit in Walldorf: |
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| Hillenbrand, Philipp, Pfr. | 20.02.1874 | Bensheim | 03.05.1944 | Gernsheim | 1905-1918 von Groß-Gerau aus |
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| Gröber, Nikolaus, Pfr. | 05.02.1883 | Unter- Abtsteinach |
14.06.1931 | Mainz | Birkenau | 1918-1931 von Groß-Gerau aus |
| Burkard, Theodor, Pfr. | 13.02.1893 | Mainz | 08.12.1944 | Vadstena/Schweden | Vadstena/Schweden | 1931 -1936 von Groß-Gerau aus |
| Gerhards, Josef, Pfr. | 18.03.1901 | Höhr/Koblenz | 19.12.1970 | Groß-Gerau | 1936-1939 von Groß-Gerau aus |
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| Fahney, Richard, Domkapitular, Prälat |
08.09.1909 | Neckarsteinach | 13.05.1994 | Mainz | Mainz, Domfriedhof | 1939-1946 von Braunshardt aus |
| Rodach, Benedikt, Pfr. | 02.05.1910 | Mainz | 1945-1953 | |||
| Kraus, Wilhelm, Pfr. | 12.08.1911 | Falkenstein/Ts. | 20.09.1988 | Krumbach | Krumbach | 1953-1954 |
| Schmitz, Anton, Wilhelm, Pfr. | 27.01.1913 | Düsseldorf | 04.02.1978 | Frankfurt am Main | Düsseldorf | 1954-1978 |
| Ballweg, Karl, Pfr. | 08.01.1947 | Amorbach | 1978-1980 | |||
| Mäurer, Januarius | 22.01.1945 | Worms | 1980-1980 | |||
| Wessel, Dieter, Pfr. | 04.11.1941 | Heppenheim | 1980-1993 | |||
| Nieder, Paul, Pfr. | 02.04.1944 | Rodalben/Pfalz | seit 1993 |